Japanese City Pop: 5 essenzielle Vinyl-Pressungen für die Sammlung

· von Max Keller · 4 Min. Lesezeit

Japanese City Pop: 5 essenzielle Vinyl-Pressungen für die Sammlung

Japanese City Pop ist ein faszinierendes musikalisches Phänomen, tief verwurzelt in der wirtschaftlichen Blütezeit Japans der späten 1970er und 1980er Jahre. Beeinflusst von westlichem Funk, Soul, Disco, Soft Rock und Boogie, schufen japanische Künstler einen eigenständigen, hochglanzpolierten Sound. Er fängt den aufstrebenden urbanen Lebensstil ein, die neonbeleuchteten Metropolen, die sommerlichen Küstenstraßen einer Nation im Aufschwung. In den letzten Jahren erlebte das Genre dank YouTube-Algorithmus, TikTok und diversen Social-Media-Trends ein regelrechtes Weltrevival. Für Schallplattensammler bietet Japanese City Pop nicht nur nostalgisches Hörvergnügen, sondern auch eine analoge Klangqualität, die man so schnell nicht wiederfindet.

Warum Japanese City Pop auf Vinyl sammeln?

Bevor wir uns den unverzichtbaren Alben widmen: Warum eigentlich physische Tonträger, wenn Streaming doch bequemer wäre?

Die 5 essenziellen Vinyl-Pressungen für Ihre Sammlung

Wer seine musikalische Reise ins Tokio der 80er starten möchte, kommt an diesen fünf Alben nicht vorbei.

1. Tatsuro Yamashita – “For You” (1982)

Tatsuro Yamashita gilt zu Recht als der “König des City Pop”. For You ist vermutlich das definitive Meisterwerk des Genres, Punkt. Vom energetischen Opener “Sparkle”, der mit Yamashitas charakteristischem Rhythmusgitarrenspiel glänzt, bis zur sanften Ballade “Futari” bietet diese Platte eine Produktion ohne Schwachstelle. Die Originalpressung von 1982, geziert vom kultigen Artwork von Eizin Suzuki, ist ein regelrechter Heiliger Gral. Wer heute eine Erstpressung mit intaktem Obi in exzellentem Zustand ergattern will, muss oft dreistellige Beträge hinlegen, mancherorts sogar vierstellige. Aber die klangliche Offenbarung ist jeden Cent wert.

2. Mariya Takeuchi – “Variety” (1984)

Dank YouTube-Algorithmus wurde “Plastic Love” zur weltweiten Sensation, für Millionen junger Hörer das Einstiegstor in den Japanese City Pop überhaupt. Der Track stammt von Mariya Takeuchis Album Variety, produziert von ihrem Ehemann, eben jenem Tatsuro Yamashita. Doch das Album ist mehr als ein Hit-Vehikel: clevere Popmelodien treffen auf erstaunlich komplexe Arrangements. Eine originale Vinyl-Kopie im Regal zu haben, heißt, ein Stück Internet- und Musikgeschichte zu besitzen, ganz ohne Übertreibung.

3. Taeko Onuki – “Sunshower” (1977)

Streng genommen erschien Sunshower etwas vor der goldenen 80er-Ära, legte aber den Grundstein für fast alles, was danach kam. Das Album ist noch stark von westlichem Jazz, Funk und Bossa Nova geprägt. Songs wie “Tokai” oder “Summer Connection” leben von groovigen Basslines und Taeko Onukis klarer, beruhigender Stimme. Zum Glück gibt es seit einigen Jahren hochwertige Reissues, der Einstieg fällt Neulingen dadurch leicht. Originalpressungen von 1977 bleiben trotzdem der Traum jedes Audiophilen.

4. Anri – “Timely!!” (1983)

Wer den perfekten Soundtrack für einen sonnigen Sommernachmittag sucht: Anris Timely!! trifft genau ins Schwarze. Es markiert den stilistischen Höhepunkt des sonnigen, tanzbaren, geradezu übermütigen City Pop. Tracks wie das funky “Cat’s Eye” oder das treibende “Windy Summer” liefern einen Groove, dem man sich kaum entziehen kann. Produziert von Toshiki Kadomatsu, einem weiteren Schwergewicht der Szene, punktet die Platte mit kräftigen Bläsersätzen, slappenden Bässen und mitreißender Energie. Das Cover mit Anri im blauen Sommeroutfit ist obendrein ein echter Hingucker im Regal.

5. Miki Matsubara – “Pocket Park” (1980)

Der Song “Mayonaka no Door / Stay With Me” ist neben “Plastic Love” die zweite große internationale Hymne des Genres und stürmte Jahrzehnte nach Veröffentlichung noch die globalen Streaming-Charts. Er ist das strahlende Herzstück von Miki Matsubaras Debütalbum Pocket Park. Die Platte verbindet leicht melancholischen Soul mit treibenden Disco-Beats und fängt das Gefühl einer nächtlichen Autofahrt durch das grell erleuchtete Tokio ein, fast wie ein Kurzfilm in Musikform. Matsubara starb viel zu früh, doch durch diese Platte und ihre weltweite Wiederentdeckung lebt ihr Vermächtnis eindrucksvoll weiter.

Tipps für angehende City Pop Sammler

Fazit

Der Einstieg in die Welt des Japanese City Pop auf Vinyl lohnt sich, keine Frage. Die Mischung aus nostalgischer, tanzbarer Musik, beeindruckender Cover-Kunst und exzellenter japanischer Pressqualität macht diese Platten zu echten Schätzen jeder Sammlung. Fangen Sie mit diesen fünf zeitlosen Alben an und lassen Sie sich vom urbanen Groove der 80er mitnehmen, vielleicht bei einem Glas Wein und offenem Fenster im Sommer.

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